Das sog. Arkadenhaus wurde um 1830 als „Produkt-Magazin“ erbaut. In Anlehnung an diese einstige Nutzung werden in den Arkaden heute wieder Eisenkunstgussobjekte und Ausgrabungsfunde in einer Art
Schaudepot gezeigt. Im Obergeschoss des ehemaligen „Produkt-Magazins“ ist heute das Eisenkunstgussmuseum zu finden. Es zeigt Einblicke in seine hochkarätige Sammlung und die schönsten Stücke der
Sayner Hütte wie zum Beispiel den berühmten Schinkelstuhl.
1818 wird auf der Sayner Hütte eine sog. Tiegelgießerei (Kunstgießerei) nach Berliner und Gleiwitzer Vorbild eingerichtet. Die erste Sayner Neujahrsplakette erscheint 1819 und zeigt exemplarisch
das Produktionsprogramm der Sayner Hütte als preußischer Staatsbetrieb: Waffen- und Munitionsproduktion (Kanonen und Kanonenkugeln), Produktion von Maschinenteilen (eine aufgerollte Planzeichnung
der sog. Schienenfahrt zur Festung Ehrenbreitstein) und feiner Eisenkunstguss (Glocke, Kruzifix sowie ein Porträtmedaillon).
Die herausragende Qualität des Eisenkunstgusses aus den Gießereien in Berlin, Gleiwitz und Sayn bleibt in Europa nahezu unerreicht. Hüttenwerken in ganz Europa versuchen die Stücke zu kopieren.
Als einzige markiert die Sayner Hütte ihre Eisenkunstgüsse mit „S.H.“ oder sogar ausgeschrieben in Großbuchstaben „SAYNER HÜTTE“, vermutlich um sich aus den drei preußischen Eisengießereien
hervorzuheben.