In diesem Gebäude, das Mitte des 19. Jh. entsteht, ist die Modelltischler- und Schreinerwerkstatt sowie Wohnräume untergebracht. Hier wohnt Carl Ludwig Althans mit seiner Familie.
Der technische Leiter der Sayner Hütte wird schon mit 17 zum Werkmeister einer Messerfabrik, bevor er Mathematik bei Carl Friedrich Gauß sowie Geologie, Mechanik und Baukunst studiert.
Nach einer Reise zu den Hüttenwerken im Harz, Erzgebirge, Schlesien, Böhmen und der Steiermark kommt Althans 1817 auf die Sayner Hütte.
Er entwickelt und baut nahezu alle Maschinen, die zum Betrieb erforderlich sind. Es fehlt jedoch an geeignetem Fachpersonal für die neuen technischen Geräte, so dass Althans 1820 eine eigene
Werkschule auf der Sayner Hütte gründet, in der er gezielt Personal ausbildet.
Eine Vielzahl von Neuerungen im Bergbau- und Eisenhüttenwesen sowie die Entwicklung vieler technischer Anlagen gehen auf Ihn zurück. So zum Beispiel ein Wasserdruckwerk und Vorrichtungen zum
Bohren in Gestein zum Ausbau der Festung Ehrenbreitstein, die Einrichtung einer regelmäßigen Dampfschifffahrt und die ersten Sprengarbeiten im Rhein zur Vertiefung der Schifffahrtsrinne.
Nach Althans Plänen werden nicht nur in Sayn, sondern auch in Lohe und Mülhofen neue Eisengießereien und Hochöfen errichtet. Für die Werke der Gebrüder Remy auf dem Rasselstein in Neuwied und in
Alf an der Mosel plant Althans Walzenstraßen.