3. Station: Westfassade / Glocke

Arbeit und Leben in Sayn und auf der Sayner Hütte

Sie hören nun die Glocke, die früher am Pförtnerhaus war. Mit diesem Klang von dieser Glocke hat früher jeder Arbeitstag angefangen und damit hat jeder Arbeitstag geendet. Jeden Tag wurde 11-12 Stunden gearbeitet. Früher wurde an sechs Tagen in der Woche gearbeitet. In Gruben wurde Eisenerz abgebaut. Es wurde im Hochofen geschmolzen. Bei hohen Temperaturen hat sich das reine Eisen aus dem Stein heraus gelöst. Das Eisen wurde dann weiter verarbeitet. Der Hochofen wurde Tag und Nacht geheizt. Dazu mussten die Arbeiter nachts arbeiten und in jeder zweiten Woche auch am Sonntag. Mittags war 1 Stunde Pause. Wer in der Nähe wohnte, ging zum Mittagessen nach Hause. Alle anderen hatten ihr Essen dabei. Vielen wurde das Essen von ihren Frauen oder Kindern gebracht. Das Essen war in einem Gefäß aus Blech, das einen Henkel hatte. Man nannte das Gefäß deshalb "Henkelmännchen". Darin blieb das Essen warm.

 

Ein Forscher hat im 19. Jahrhundert das Leben der Arbeiter erforscht. Über eine Arbeiterfamilie aus Sayn hat er geschrieben: Der Vater dieser Familie hieß Peter Schwarz. Er war Kohlenzieher auf der Sayner Hütte. Er hat 280 Tage im Jahr mit einer Karre Kohle zu den Öfen gebracht. Er hatte eine Frau und drei Söhne. Die Familie hatte ein Haus mit Garten, Stall und Hof. Die älteren Söhne Heinrich und Toni haben mit 15 und 17 Jahren schon auf der Sayner Hütte gearbeitet. Nur der jüngste Sohn durfte in die Schule gehen. Die Mutter hat den Haushalt gemacht und auf dem Feld gearbeitet. Außerdem hat sie Zimmer vermietet und anderen Leuten bei der Wäsche geholfen. Damit hat sie zusätzlich Geld verdient, denn der Lohn des Vaters und von den Söhnen hat für die Familie nicht zum Leben gereicht. Viele Arbeiter und ihre Familien sind zwischen 1847 und 1854 weggezogen. Auch der Sohn Toni aus der Familie von Peter Schwarz: Er ging 1854 nach Amerika.