Die mit dem Hochofen verbundene Gießhalle stellt ein weltweit einmaliges Beispiel für die Verknüpfung von Bauwerk und Maschine dar.
In einer ersten Bauphase um 1830 umfasst die Gießhalle zunächst nur sechs Joche, also sechs Säulenpaare. 1845 wird die Halle auf ihre heutige Größe verlängert. Carl Ludwig Althans konzipiert die
Gießhalle in Segmentbauweise, dadurch kann sie samt Kranbahn bei Bedarf leicht erweitert werden.
Die außergewöhnliche Konstruktion der dreischiffigen Halle dient vor allem als Träger einer unter dem Hallendach aufgehängten innovativen Kranbahn. Mit ihr werden schwerer Gussteile durch die
Halle transportiert.
Die Kranbahn läuft auf Schienen, die mit Stangen am Dach hängen und heute noch zu sehen sind. Über eine Seilwinde ziehen Arbeiter schwere Tiegel oder Gussstücke herauf und fahren mit der Bahn
vor- oder zurück, um die Last an anderer Stelle wieder herabzulassen. Die Gussstücke können so auch in den Keller abgelassen und dort in der Putzerei weiterverarbeitet oder gleich auf Fuhrwerke
zum Weitertransport geladen werden.
Neben den Resten der Kranbahn haben sich auch drei von ehemals acht Drehkränen erhalten. Mit ihnen können Gussstücke von den Seitenschiffen in das Mittelschiff und umgekehrt bewegt werden.
Gemeinsam mit der Kranbahn kann so jeder Bereich der Gießhalle erreicht werden und es entsteht eine Transportstraße in der Halle, die bis dato im Gießereiwesen unbekannt ist.